Sportartenexperiment – Curling

Im Dezember wollte ich unbedingt eine typische Wintersportart ausprobieren, denn Skifahren und Snowboarden waren bis anhin wettertechnisch schwierig und meine Lust auf Kälte noch keinesfalls verflogen. Da ich mich auf dem Eis ja viele Jahre sportlich bewegt habe, war Curling als Sportart, die ebenfalls auf glatter Unterlage gespielt wird, ganz oben auf meiner Favoritenliste für das Sportartenexperiment des Monats.

Darüber ob Curling ein echter Sport oder eher ein Spiel ist, wird schon so lange wie die Sportart selbst alt ist, diskutiert. Welche sportlichen Fähigkeiten dabei gefordert sind, probierte ich kürzlich aus und möchte euch einige Eindrücke aus meinem Schnuppertraining beim Curlingclub Blauweiss Luzern mitgeben.

Erster Kontakt mit der Sportart

Bis vor kurzem kannte ich Curling nur vom Zuschauen der Olympischen Winterspiele im Fernseher und war tatsächlich noch nie in einer Curlinghalle gestanden. Ehrlich gesagt wusste ich nicht einmal, dass dieses Sportspiel nicht einfach auf einer herkömmlichen Eisfläche, wie wir sie aus einer Eishalle kennen, abgehalten wird. Damit die knapp 20kg schweren Curlingsteine präzise gleiten, sind nämlich spezielle Techniken der Eisoberflächenaufbereitung nötig. Nebst Kananda, Schottland und den skandinavischen Ländern ist Curling in der Schweiz sehr populär. Grund genug also, mich einmal darin zu versuchen.

Kurzer Sportartensteckbrief

Beim Curling versuchen zwei Mannschaften à je vier Spielern ähnlich wie beim Boule- oder Boccia-Spiel ihre Curlingsteine näher an den Mittelpunkt eines Zielkreises auf einer Eisbahn zu spielen als die gegnerische Mannschaft. Dabei werden besonders technisches Geschick und Präzision, taktisches Können und mentale Stärke verlangt. Curling wird auch als «Schach auf dem Eis» bezeichnet.

Mein Sportartenprofil

Ablauf des Trainings

Marcel vom Curlingclub Blauweiss Luzern nahm sich volle zwei Stunden Zeit, mich ausführlich in das Curlingspiel einzuführen. Denn so einfach und souverän auch die einzelnen Spielzüge der Olympiaspieler jeweils wirken: Bis zu meiner ersten Steinabgabe waren einige Vorübungen fällig, denn nur schon das Stehen auf der Eisfläche in Curlingschuhen hat so seine Tücken. Einer der beiden Schuhe hat unten eine rutschfeste Gummisohle, der andere eine total rutschige Plastiksohle. Dafür musste ich erst mit einigen Gehversuchen auf dem Eis ein Gefühl entwickeln. Meine Erfahrungen auf Schlittschuhkuven waren dafür kaum von Vorteil. Nebst dem eigentlichen Spielgerät, dem Curlingstein kommt auch ein Besen zum Einsatz, womit man in erster Linie das Tempo und den Drall der Curlingsteine beeinflusst. Der Besen dient jedoch auch als Stütze bei der Steinabgabe. Die Steinabgabe und die Koordination der anderen neuen Bewegungen waren im Übrigen eine echte Challenge. Besonders die richtige Dosierung zu finden, um den Stein genau bis zum sogenannten «Haus» zu befördern war sehr anspruchsvoll. Dass man dabei aber auch schnell Fortschritte macht, motiviert natürlich stark und packt einen beim Ehrgeiz.

Gegen Ende meines Einführungstrainings konnte ich bereits bei einem kurzen Spiel mitmachen. Mitspieler dafür sind an einem Clubabend in der Curlinghalle schnell zu finden, denn Curlingspieler sind sehr gesellige und umgängliche Sportler. Teamgeist und Fairplay werden bei ihnen gross geschrieben und sowohl junge als auch Spieler im Seniorenalter können sich miteinander aktiv betätigen.

Die Curlingeinführung war für mich eine total spannende sportliche Erfahrung. Wenn ihr diesen Teamsport auch gerne einmal ausprobieren möchtet, kontaktiert doch die Clubleitung von Blauweiss Luzern. Ihr seid da in bester Gesellschaft.

In meinem Umfeld kenne ich keine aktiven Curlingspieler, möchte diese Sportart bald wieder einmal spielen. Wenn also von euch jemand regelmässig oder sporadisch Curling spielt, ich bin das nächste Mal gerne dabei. 🙂

Ermöglicht durch Curling Club Blauweiss Luzern

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