Yosemite Nationalpark – Four Mile Trail

Der Yosemite Nationalpark in Kalifornien war der erste Nationalpark, den wir auf unserem dreiwöchigen Roadtrip durch den Südwesten der USA besuchten. Als Schweizerin bin ich ja von tollen Bergregionen geradezu verwöhnt. Die Weitläufigkeit und Dimensionen dieses Parks, welcher rund die doppelte Fläche des Kanton Luzerns (3000 Quadratkilometer) umfasst, waren aber auch für mich enorm faszinierend und das Yosemite Valley mit einer der schönsten Orte, die ich während dieser Zeit erkundet habe.

Statt kahlen Sandstein- und Felslandschaften findet man im Yosemite Nationalpark, etwa 300 Kilometer von San Francisco aus gegen das Landesinnere gelegen, eine traumhaft schöne Berglandschaft mit Wasserfällen, klaren Bächen, Felsen aus Granit und Riesenmammutbäumen. Er bietet sowohl für Tagestouren als auch mehrtägige Routen unzählige Möglichkeiten.

Unsere Unterkunft hatten wir aufgrund des geringen Angebots an Schlafmöglichkeiten im Park im ca. 2 Stunden weit entfernten Skigebiet Mammoth Lakes, welches im Sommer ebenfalls ein tolles Wander- und Bikegebiet sein soll. Von da aus fuhren wir für unseren ersten Wandertrip ins Yosemite Valley zum Ausgangspunkt «Trailhead Four Mile Trail». Wer sich eine lange Anfahrt am Morgen ersparen möchte, soll unbedingt möglichst früh nach einer Unterkunft Ausschau halten. Die von uns befahrene Bergroute «CA-120» ist im Übrigen nur während einer kurzen Zeit im Sommer geöffnet. Für Yosemite-Wanderungen im Frühling oder Herbst sollte aufgrund dessen wenn möglich nicht in Mammoth Lakes bzw. östlich vom Park nach einer Übernachtungsmöglichkeit gesucht werden.

Die gut 9 Kilometer lange Tour des Four Mile Trails führt nach oben zum Glacier Point, der auf 2200 Meter über Meer gelegen ist. Er ist zu Recht einer der beliebtesten Aussichtspunkte im Yosemite Nationalpark, denn von hier aus kann man das gesamte Yosemite Valley mit dem monumentalen Half Dome im Zentrum überblicken und man bekommt einen super Eindruck von dieser wunderschönen Gegend. Da der Glacier Point (leider) nicht nur über den Wandertrail sondern von der anderen Seite her auch per Strasse erreichbar ist, ist der Andrang darauf besonders in den Sommermonaten recht gross. Auf dem Four Mile Trail selber sind wir aber bedeutend weniger Leuten begegnet und man kann die Aussicht ganz für sich geniessen. Die Panoramawanderung bietet bereits auf der Strecke beste Sicht auf den Sentinel Rock, die Cathedral Rocks, El Capitan, die Yosemite Falls, die Royal Arches und den Merces River, sodass sich die Anstrengung der Bewältigung von über 1000 Höhenmetern und ca. 2,5 bis 3 Stunden Marschzeit auf jeden Fall lohnen.

Es ist sehr wahrscheinlich, dass man auf dieser Wanderung verfressenen und sehr zutraulichen Eichhörnchen begegnet. Ich konnte es nicht lassen, die süssen Nager mit Nüssen aus dem Reiseproviant zu füttern (sollte man nicht tun, ich weiss). Wenn man etwas geduldig ist, fressen sie einem wortwörtlich aus der Hand.

Nach einem kühlen, wohl verdienten Getränk (WC-Anlagen und Kiosk sind beim Glacier Point vorhanden) machten wir uns dann bereit für den Abstieg. Wer es eher gemütlich nehmen will, kann sich nach dem Aufstieg auch mit einem Shuttlebus zum Ausgangspunkt zurückbringen lassen. Glücklicherweise wurde dieser Dienst an unserem Wandertag aber nicht angeboten, weshalb wohl einige «One-way-Wanderer» auf den Four Mile Trail verzichteten.

Wenn ihr einmal die Gelegenheit habt, diesen tollen Nationalpark zu besuchen, kann ich euch diese Wanderroute nur empfehlen. Ihr werdet es garantiert nicht bereuen. 🙂

No Comments

Schreibe einen Kommentar

Diese Website verwendet Akismet, um Spam zu reduzieren. Erfahre mehr darüber, wie deine Kommentardaten verarbeitet werden.